07 Oktober 2015 0

Warum muss man ISIS bekämpfen?

Von Nikolay Ivanov/ Europa Objektiv 

Seit einem Jahr - die Militäroperation fing im August 2014 an - bombardieren die USA nun schon die Syrische Wüste. Inzwischen kostet diese Besatzung den amerikanischen Steuerzahler 9-10 Millionen USD pro Tag. Die Luftwaffe der USA und ihrer Koalitionspartner flogen seit Beginn des Bombardements ca. 6700 Einsätze. Das Ergebniss spricht für sich: das Territorium unter Kontrolle des ISIS wurde mit jedem dieser Einsätze grösser und grösser! Folgende Karte bedarf keinerlei Erklärungen:

Foto: © mapinmap.ru

Es ist offensichtlich dass der "Krieg" den die USA angeblich gegen ISIS führt nur ein Bluff ist. Ein Bluff mit dem Ziel die Militärausgaben zu erhöhen, die Umsätze der Waffenproduzenten zu steigern und die europäischen Verbündeten mit dieser Einschüchterungspolitik unter Kontrolle zu halten. Russlands Aktion in Syrien (die Operation dauert erst 7 Tage) ist jetzt schon erfolgreicher: russische Jagdbomber des Herstellers Sukhoi – SU-34, SU-25, SU-24M - flogen bisher mehr als 30 Einsätze und zerstörten dabei über 50 Objekte und Einrichtungen der Islamisten. Am Sonntag berichteten Medien über die Kapitulation der Syrischen Stadt Daara wo mehr als 700 Terroristen von russischen Bombern vertrieben wurden.

Doch warum ist es wichtig Russlands Operation gegen ISIS zu unterstüzten?

ISIS ist nicht einfach nur ein Terrornetzwerk wie Al-Qaida: ISIS ist fast schon ein Staat. Ein Staat der nicht nur aus militärischen Strukturen besteht (ca. 50 Tausend Soldaten), sondern auch aus Zivilisten, die Infrastruktur für die Islamisten bereitstellen (ca. 150-200 Tausend). Wegen des von den USA im nahen Osten hinterlassenen Chaos (nach der Reihe zynischer Invasionen in Afganistan, Irak und Libyen) unterstützt die Zivilbevölkerung vielerorts die Terroristen. Rein theoretisch übernimmt dieser Quasistaat die Funktionen der sich in Auflösung befindlichen Staaten der Region. Aus dieser Region befinden sich bereits über eine Million Flüchtlinge in Deutschland. Wieviel genau – das weiss niemand. Am 23. September veröffentlichte die russische Föderale Informationsagentur (FAN) eine Antwort von Eurostat auf eine diesbezügliche Anfrage der Journalisten: es gibt keine Statistik! (riafan.ru

Außerdem berichten verschiede Quellen, dass sich unter den Flüchtlingen mehr als 4000 Kämpfer von ISIS befinden und als "fünfte Kolonne“ nach Europa eingereist sind.

Die Existenz des Quasistaates ISIS ist nur für die USA vorteilhaft. Die Logik dabei ist sehr einfach: es gibt keine reale Macht im Eurasien die das Erstarken Russlands und Chinas und die Erweiterung ihres Einflussgebietes stoppen könnte. Dem US-Imperium geht es dabei um das Prinzip und darum haben sie diesen Quasistaat für den Kampf gegen Russland und China gegründet und finanzieren ihn heimlich. Um die Zerstörung dieser Terrororganisation zu verhindern ... monopolisierten die USA seit mehr als einem Jahr den „Kampf“ gegen ISIS und waren gegen jede russische Anwesenheit in Syrien. Der Kampf gegen ISIS darf nicht nur militärisch geführt werden: man darf die Macht der Organisation nicht unterschätzen. Die Islamisten haben eine sehr klare Vorstellung davon wofür sie kämpfen und sterben, was sie in der Zukunft erreichen wollen, wer ihr Feind ist. Wir dürfen keine Illusionen haben: die Jihadisten sind nicht unsere Freunde. Sie kämpfen für die islamischen Idealen des 7. Jahrhunderts und sie verstehen diese Welt vollkommen anders. Es gibt keine Chance dass Christen mit diesen Islamisten irgendwann zusammenleben könnten.

P.S.: Der Islam existiert seit mehr als 1300 Jahren. Als das Christentum so alt war, herrschten in Europa Kreuzzüge und Religionskriege. Konnte sich das aufgeklärte Byzantinische Reich damals vorstellen, dass die Kreuzritter, die auch Christen waren, Konstantinopel mehrmals auf dem Weg ins Heiligen Land angreifen? Natürlich nicht. Die Welt braucht jetzt eine Ideologie, die als Alternative dienen kann, um neue Wellen von Rekruten aus Europa – und auch aus anderen Regionen - zu stoppen.


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