02 November 2014 0

Medienlügen: Doppelte Standards der deutschen Medien

Heute ist Wahltag in Novorossija, das seit wenigen Monaten tatsächlich eine unabhängige Region der Ukraine ist. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte wählen Donezk und Lugansk, die mit dem neuen Regime in Kiew und der ultranationalistischen Regierung nicht einverstanden sind, Republikchefs und Parlamente. Russischer Außenminister Sergei Lawrow sagte eindeutig: Er hofft, dass diese Wahlen wie vorgesehen stattfinden, und Russland wird das Resultat anerkennen. EU-Staaten und die US-Regierung seien nervös und kritisch, weil irgendwo auf der Welt Menschen ohne ihre Genehmigung und Erlaubnis von einer eigenen Demokratie und einem eigenen Staat träumen. Politik ist ein schmutziges Geschäft, zweifellos. Und was berichten westliche Medien?

Foto: © Flickr/Swamp TV 

Hier kann man die Herrschaft der doppelten Standards beobachten. Ein paar Zitaten muss ich hervorbringen: "Die internationale Kritik ist groß, doch Moskau lässt sich nicht beirren: Russland will die Wahl in den Separatistengebieten der Ostukraine am Sonntag anerkennen", so "Der Spiegel". Die Menschen, die die blutige Maidan-Revolution in Kiew ablehnen, bezeichnet man als "Separatisten". Das menschliche Gedächtnis ist so furchtbar kurz. Und das journalistische Gedächtnis ist noch kürzer. Vor genau 15 Jahren hat der zweite Tschetschenienkrieg im Kaukasus begonnen. Tschetschenien ist seit dem 19. Jahrhundert eine Region Russlands. Die Wahhabiten wollten hier mit starker Finanzierung von arabischen Fundamentalisten ein Zentrum der Instabilität gründen. Die Mittel für diesen Kampf waren schrecklich: die Bombenanschläge in Moskau und der Südstadt Wolgodonsk zerstörten ein paar Wohnungshäuser, mehr als 200 Menschen wurden getötet. Terroristen haben ganz Russland in Angst und Schrecken versetzt. So konnte die russische Regierung nichts anderes machen, als eine antiterroristische Operation zu beginnen. Und wie war die Reaktion der westlichen Medien? "Der Spiegel" hat im November, 1999, über die "Träume" von Terroristen geschrieben: "Längst geht es nicht mehr um den Traum von der eigenen Unabhängigkeit". "Die Zeit" hat den Dschihad gegen Russland als "Widerstand gegen den russischen Neokolonialismus" bezeichnet. Und jetzt schreibt "Die Zeit", dass "die Separatisten in der Ostukraine Mariupol unter ihre Kontrolle bringen wollen – notfalls "mit Gewalt". Mit welcher Sauce bereitet man heute in der journalistischen Küche zu? Warum sind die Menschen in Donezk oder Lugansk, die ihre Häuser und Städte gegen die Faschisten-Battalionen "Aidar" und "Asow" verteidigen, "Separatisten", und die Terroristen, die friedliche Wohnhäuser in Moskau gesprengt haben, "Kämpfer für die Unabhängigkeit"? Die Antwort ist zu einfach und gewissenlos: das sind die doppelten Standards. Eine tiefe Krise der "unabhängigen" westlichen Medien.

Von Nikolaj Ivanov, "Europa Objektiv". 


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