23 Juni 2016 0

Griechische Fischer: Man entfernte die Organe von Flüchtlingen in der Türkei, die Leichen wurden ins Wasser geworfen. TEIL 1

Von Daria Aslamowa

Quelle: KP.RU

Sie schwimmen im klaren Wasser, die kleine Menschen mit Wachsgesichtern, die Lippen sind dicht komprimiert. Die Wellen schaukeln sie wie eine blaue Wiege. Eine starke Strömung wirft kleine Leichen auf die griechischen Inseln, gerade auf die Steine.

Foto: kp.ru

Die letzten Herbst und Winter waren ein echtes Grauen für die Einwohner der Insel Lesbos. Von hier bis zu der türkischen Küste sind nur 6,5 Kilometer. Die Leichen der Flüchtlingen - Kinder und Erwachsene - konnte man nicht begraben. Es gibt keinen Platz auf dem Friedhof der Insel, die Gräber kosten zu teuer. Einmal ist hier ein Container mit 120 Leichen mehr als 2 Wochen in der Hitze geblieben. Schließlich hat man einen alten ungepflegten Friedhof im Gebirge gefunden. Dort wurden die Leichen in ein namenloses Grab zusammengeworfen. Keine Namen, keine Nationalitäten.Vielleicht stellt man hier irgendwann ein Denkmal: “Zu denen, die ihr Ziel nicht erreicht haben. Ruhe in Frieden”.

Die griechischen Tavernen sind voll mit schrecklichen Gerüchten. Die Fischer schlagen mit den Fäusten auf den Tisch und schweren: „Wir haben das mit eigenen Augen gesehen! Kinder und Erwachsene mit genähten Bäuchen. Ihre Organe wurden in der Türkei entfernt, die Schmuggler werfen die Leichen im neutralen Wasser in der Hoffnung, dass die Fische und das Salz die schwarze Arbeit beenden.“

„Warum hat die Polizei eine Ermittlung nicht begonnen“, - frage ich. „Was verstehst du?“, schreit Fischer Stavros (die Leute sind hier sehr emotional). Du kannst dich nicht vorstellen, was hier passierte!

Vom Ende des Sommers sind Tausende Leute an Land gegangen. Am meisten – kranke oder verletzte. Es fehlt uns die Ärzte auf dieser Insel. Und hier solche Invasion! Niemand war dafür bereit. Die Behörden mussten um die lebendigen pflegen, nicht um die Ertrunkenen und nicht um die Menschen, die auf der Insel gestorben sind. Es war eine höllische Hitze. Die Leichen begannen zu verwesen. Keine Expertise. Schneller zu graben und zu vergessen. Aber ich kann das nicht vergessen. Ein Junge hatte keine Augen. Sie wurden ausgeschnitten. Man sagt: „Die Fische haben die Augen gefressen.“ Ha! Ich bin Fischer seit 30 Jahren. Die Fische sind nicht Chirurgen. Wozu braucht man die Augen? Für eine Hornhauttransplantation? Ich habe das nicht gewusst. Ich habe gedacht, man schneidet die Augen aus, damit niemand die Menschen identifizieren könnte. Ich habe alles gesehen, aber diesen Jungen sehe ich oft in meinen Grauen».

Das gewinnbringende Geschäft der Welt

Im letzten August hat die türkische Polizei den israelischen Staatsangehörigen (der in der Ukraine geboren) Boris Walker (der echte Name Wolfmann) verhaftet. Er hat die Organe von den syrischen Flüchtlingen gekauft. Die Organentnahme machen die Ärzte in privaten türkischen Kliniken. Dann entdeckte man, dass Interpol schon lange Wolfmann wegen der Organhandel und Transplantationen in Kosovo, Aserbaidschan und Sri Lanka in 2008-2014 sucht. Dieses illegales Geschäft brachte ihm von 70 bis 100 Tausend Euro pro Operation!

Vor kurzem veröffentlichte die amerikanische Newsweek eine schreckliche Statistik: 18000 syrischen Flüchtlinge haben ihre Organe verkauft, um nach Europa auszuwandern. Das ist nur die offizielle Statistik!

Foto: KP.RU 

Es gibt die Dateien über die Erwachsene aber nicht über die Kinder. (Kinderorgane sind die teuerste. Jeder Eltern verkauft alles, um das Leben eigenes Kindes zu retten).

„Illegaler Organhandel ist ein geschlossener Kreis. Alle sind sich für Schweigen interessiert“, erklärte der griechische Arzt Dimitris Ksenakis. „Der getötete Spender erzählt schon nichts. Die Ärzte-Mörder, die Vermittler, die Verkäufer werden auch schweigen. Frühe war den Organhandel nur in den Länder der Dritten Welt möglich, in Indien z.B., wo das Transplantations-Tourismus blüht. Dieses Geschäft ist nicht ohne Protektion der Regierungen der Länder möglich. Ich spreche nicht über die lokalen Behörden. Eine ausgeschnittene Niere lebt 48 Stunden. Eine Leber und eine Bauchspeicheldrüse noch weniger. Vom Moment der Entfernung tickt die Zeit. Wer kann die Organe mit einem Flugzeug, zum Beispiel vom Somalia oder Kenia, nach irgendwelchem Punkt der Welt ohne Zollkontrolle schicken?“

Wen meinen Sie?

Mein Gesprächspartner antwortet: „Ich will nicht meine Lizenz verlieren. Suchen Sie selbst“.

Wohin haben die Kinder verschwunden?

Am 31. Januar berichtete Interpol, dass in Europa 10000 Kinder von Flüchtlingen verschwunden sind. Zwei Monaten später präzisiert man: 12000. Es geht nur um die offiziellen Flüchtlinge!

Vom Juli bis September habe ich viel Kilometer mit den Flüchtlingen als Reporterin gegangen. Ich habe selbst gesehen, wie Tausende von jungen aggressiven Männer die Grenzübergänge stürmten oder einfach durch die Wälder gegangen sind. Viele haben die Kinder getragen, die müde waren und vor den Kameras geweint haben. Alle Flüchtlinge hatten keine Ausweise (die natürlich während der Angriffen gebrannt sind) und keine Dokumente für die Kinder. In ersten Monaten der Invasion hat NIEMAND sie registriert. Man kann vermuten, dass die echte Anzahl der verschwundenen Kinder über 25-30 Tausend ist. Nur in der reichen und disziplinierten Schweden verschwanden 1000 Kinder. Niemand sucht nach ihnen. Ich machte eine Anfrage an Interpol als eine Journalistin und fragte, mit wem von Ermittler, die diese Sache führen, ich sprechen kann. Schweigen statt einer Antwort.


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