26 Juni 2016 0

Griechische Fischer: Man entfernte die Organe von Flüchtlingen in der Türkei, die Leichen wurden ins Wasser geworfen. TEIL 2

Von Daria Aslamowa

Quelle: KP.RU 

“Ein Kind ist wie ein Visum und ein Schutz,” – erzählt makedonische Journalistin Milena, die ich in Flüchtlingslager in Idomeni kennengelernt habe. „Ich arbeite oft an der griechisch-mazedonosischen Grenze und ich habe gesehen, wie Männer mit kleinen Kinder die Polizisten attackiert haben, weil sie wussten, dass niemand die Kinder schlagen wird. Ich bin absolut sicher, das waren nicht IHRE Kinder. 

Foto: © kp.ru 

Ich spreche sogar nicht über eine Ähnlichkeit: sehr junge dunkelhäutige Burschen mit hellhäutigen Kinder mit blauen Augen. Es geht um eine andere Sache: die Eltern lassen nie ihre Kinder ein Tränengas atmen und dass eine Menge ihre Kinder zertretet. Als die balkanische Route funktionierte, fanden die serbischen Polizisten mehrere kranke und eingeschüchterte Kinder, die ihren Namen nicht nennen konnten. Ich denke, sie wurden von ihren unechten Väter gelassen, als sie krank wurden. Ein gesundes Kind ist ein Kapital für einen Flüchtling. Wenn es hübsch ist, man kann ihm ins Bordell verkaufen. Wenn nicht, es wird geschnitzt, wie ein Schwein in Metzgerei, um die Organe zu entnehmen. In der Nähe sind Kosovo und Albanien, die eine große Erfahrung in illegalen Transplantationen haben. Niemand wird diese Kinder suchen, weil sie keine Dokumente haben.

Wer sind diese Kinder?

Sie wurden gekauft. Vom Anfang an beschäftigt sich ISIS mit Kinder- und Frauenhandel. Die Jungen und Mädchen unter 9 Jahren sind die teuersten, man verkauft sie in eine sexuelle Sklaverei. Am meistens leiden die Jesiden. Die Terroristen betrachten die  Jesiden, die die Sonne verehren, als die Heiden. Ein Verhältnis zu den Jesiden ist das schrecklichste. Vor 2 Jahren habe ich im jesidischen Tempel Lalisch nicht so weit von Mosul Jesiden gesehen, die den Terroristen entlaufen sind. Aber es gab fast keine Kinder unter ihnen. Die Erwachsene sind gelaufen, die Kinder wurden getötet oder in Sklaverei verkauft.

Eine Katholikin Maria aus Mosul, die ich in christlichen Bezirk Ankaw in der irakischen Stadt Erbil kennengelernt habe, erzählte mir leise, wie es ihr gelungen ist, ihre einzige Tochter zu den Verwandten nach Erbin zu schicken, bevor die Stadt erobert wurde. Sie und ihr Mann sind in Mosul geblieben, weil sie nicht geglaubt hatten, dass irakische Armee die große Stadt in wenigen Stunden räumt. Ein Teil der Christen wurde in Busse gesetzt, wo sie beraubt wurden. Maria musste die goldenen Ohrringe abmachen, ihrer Mann fürchtete den Mund mit goldenen Zähnen zu öffnen. Und dann haben sie die tragischen Szenen im Bus gesehen. Terroristen haben unter vorgehaltener Waffe ein 5-jähriges Mädchen von einer jungen Mutter und einen 9-jährigen Junge von einer anderen Frau aus den Händen herausgerissen. Niemand von den Christen  durfte sein kleines Kind mitnehmen, wenn es schön war.

Unter den Kinder, die nach Europa ausgewandert sind, gibt es auch viele Kinder, die ihre Eltern während der Angriffe oder im Chaos des Krieges  verloren haben. Die UN berichtet von 5 600 000 Kindern, die sich in der Zone des Bürgerkrieges in Syrien befanden. Und jetzt stellen Sie sich vor: ein 3-jähriges Kind hat im zerstörten Haus, wo seine Eltern gestorben sind oder  verletzt wurden, überlebt. Irgendwelcher „guter Man“ kann das weinende Kind mitnehmen, nachdem er ihm einige Süßigkeiten oder ein Spielzeug  vorschlägt. Nach einigen Monate wird dieses Kind nur die unklaren Erinnerungen an seinen echten Eltern haben. 

Auf einem Schiff, dass nach Lesbos schwamm, habe ich einen Steward kennengelernt, Kostas (seinen echten Namen kann ich nicht nennen, weil er seine Arbeit verlieren kann). Seit 10 letzten Monate hat er Tausende Flüchtlinge gesehen, die nach Europa streben. Wenn ich ihm erzähle, wie die EU diese Menschenmenge zu integrieren hofft, fängt er an zu lachen. „Diese Bürokraten sollten unser schönes Schiff, vergoldet und mit teuren Teppichen, besuchen. Wir waren schockiert, als wir gesehen haben, dass die Flüchtlinge aus Afrika, Pakistan und Afghanistan in den Ecken gekackt hatten. Als wir sie dabei ertappt haben, erklärte einer, der auf Englisch sprechen konnte, dass WIR die unzivilisierten Menschen sind und unsere Toiletten falsch funktionieren. Die Muslime können nicht solche Toiletten gebrauchen: es gibt keine Kannen mit dem Wasser für Reinigung. Deswegen bevorzugten die Muslime, unsere Teppiche zu verpfuschen. “

Wenn es um die vermisste Kinder geht, sieht Kostas düster an.

„Ich bin 50. Ich bin spät Vater geworden. Ich habe eine junge Frau und eine 3-jährige Tochter. Vielleicht darum bin ich so sentimental. Einmal habe ich auf dem Schiff einen Neger mit einem Kind mit blauen Augen und goldene Haare gesehen. Ich habe ihn gefragt: „Wie heißt du, und wer ist dieses Kind?“. Er antwortete aggressiv: „Ich heiße George Melani und das ist mein Sohn. Was willst du?“.  Ich wurde wütend.  In der Nacht, nachdem die Passagiere in ihren Stühlen eingeschlafen sind, habe ich ihn gefangen. Ich bin ein ehemaliger Kommando und, gebe zu, habe ihn sehr stark verprügelt. Er hat eingestanden, dass sein Name Achmed ist und dieses Kind er in einem Flüchtlingslager für 1000 Dollar gekauft hat. In Europa wollte er den Junge viel teurer wiederverkaufen. Wir  haben die Information weitergeleitet, und am Ufer wartete die Polizei auf Achmed. Was dann mit dem Kind  passierte,  weiß ich nicht.“

«Was sollten denn wir tun! Wir sind doch Menschen!»

Ein englisches Paar Erik und Phillip Kempson mit einer Tochter kamen vor 16 Jahren nach Lesbos, verliebten sich in diese Insel und sind hier geblieben. Sie mieteten ein kleines Haus am Strand. Sie sind nicht reich: Eric ist ein wunderbarer Künstler und macht echte Kunstwerke aus Olivenholz. Touristen kauften gerne die Souvenirs, ihr Leben war ruhig. Bis zum Februar 2015.

„Es gab auch früher viele Flüchtlinge, aber wir versuchten darauf nicht zu achten. Im Februar 2015 wurde die Strömung drastisch erhöht. Die Leute kamen gefroren, krank, elend, und wir haben keinen Arzt in der Nähe. Ihre Boote sind an den Felsen zerschellt. Und wissen Sie warum? Zwei Kilometer von der Küste entfernt machten die Schmuggler den Schlüssel in der Zündung kaputt, damit die griechische Behörde sie nicht verhaften, sprangen ins Boot von ihren Freunden hinüber und verschwanden. Und das Boot mit den Flüchtlingen raste zum Ufer bei voller Geschwindigkeit, die Passagiere wussten nicht, wohin sie das Steuerrad lenken müssen. Darum sind so viele Menschen umgekommen. Ich stand früh auf und signalisierte zu den Booten, wo sie am besten anlegen konnten.

Einmal sah ich eine schreckliche Tragödie! Ein grosses Boot mit 300 Flüchtlingen zerschellte an den Felsen und sank in wenigen Sekunden. Das war wie in einem Film: man sieht das Boot und es gibt schon nicht. Wir eilten ins Wasser, um den Menschen zu helfen. Meine  Tochter ist fast ertrunken, als sie ein Kind retten wollte, weil ein Afghane ihre Beine gehalten hat. Aber es gelang ihr, sich zu wehren, und raus mit dem Kind zu kommen. An diesem Tag sind sechzig Menschen umgekommen.“

„Wo sind diese Boote?“

„Oh, wir haben hier eine Sammlung aus nicht billigen Booten. Die Behörde wollen sie in Gebirge brennen.“

„Die Flüchtlinge in Idomenie haben mir erzählt, dass sie selbst ein Boot für 5000 Dollar kaufen wollten. Das ist billiger, als 1500 Dollar für einen 6-Kilometer «Ausflug» nach Lesbos zu bezahlen. Aber sie haben auf die Idee verzichtet. Die Schmuggler arbeiten zusammen mit der türkischen Polizei. Sobald die Flüchtlinge das Boot gekauft haben und Richtung Griechenland selbst gefahren sind, erschien die türkische Küstenwache und versenkte das Boot im Meer!“, - erzählte ich.

„Das glaube ich gerne, die Polizei und die Schmuggler arbeiten in der Türkei zusammen. Ein Albtraum begann im Sommer. 200 Boote pro Tag kamen an. Ich erinnere mich an einen Tag im Oktober, als 800 (!) Boote gekommen sind und 12000 Menschen an Land gegangen sind. “

Die Menschen gingen und gingen zum Haus von Erik und Filippa, wie Geister, mit Sand in den Haare, mit Fiber, mit Geschwüre und Schnittwunden. Sie wollten Wasser, Essen, Ärzte und Arzneimittel für ihre Kinder. Wir arbeiteten 24 Stunden pro Tag und schliefen nicht. Wir haben Videos gedrehten und warfen einen Ruf im Youtube und Facebook: „Wir brauchen Hilfe den Freiwilligen! Bezahlen Sie Lebensmittel und Medikamente in den benachbarten Geschäften auf unser Name. Einmal hat ein Mann 3.500 Flaschen Wasser bezahlt. Dann kamen die ersten Freiwillige. Wir standen die Zelten direkt in unserem Hinterhof, dann am Ufer. Wir erlaubten den Frauen mit Kindern 24 Stunden lang eine Dusche zu nehmen und sich zu erholen. Dann mussten sie drei Tagen durch die Berge zum Hafen von Lesbos mit Kindern auf den Armen gehen. Die Behörde verboten den Flüchtlingen die Busse oder Taxi zu nehmen, um sie zu strafen. Das war schrecklich! Aber niemand wollte zurück nach der Türkei kommen, wo sie gefoltert und demütigt wurden. Und wir haben uns gewundert: wo ist das Rote Kreuz, wo sind die UN, wo sind die Ärzte ohne Grenzen? Wo waren alle diese Organisationen, die viele Milliarden von den Staaten und privaten Sponsoren erhalten? Wir waren naiv. Wir mussten noch viele schmutzige Dinge über die Welt der Wohltätigkeit erfahren.

Eine Hölle menschlicher Gemeinheit

„Als die Insel Lesbos im vergangenen Sommer mit Flüchtlingen überfüllt wurde, haben schließlich alle Fernsehkanäle der Welt darüber berichtet“,  - erzählt Erik Kempson. „Die Hunderte von Freiwillige-Gauner sind auf Lesbos angekommen. Sie haben Selfie mit den erschöpften Frauen und Kinder im Hintergrund gemacht. Danach sahen wir sie nicht mehr. Sie verbreiteten diese Fotos im Facebook und schrieben: «Geben sie uns Geld, wir arbeiten ohne Pausen!» Sie waren die echten Gauner. Später habe ich durch meine neue Freunde, die den Flüchtlingen wirklich mit dem Geld geholfen haben, erkannt, dass man diese Leute in Pakistan und Bangladesch schon gesehen haben. Sie erpressen nicht nur Geld, sie machen Resümees, um dann in der UN oder im Roten Kreuz mit ihren milliardsten Finanzierungen eine Arbeit zu finden. “ 

Foto: © kp.ru 


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