04 Dezember 2014 0

Kommentar: Europa gegen Freihandelsabkommen mit USA

Andreas Kahl | Europa Objektiv

Das Transatlantische Freihandelsabkommen wäre eine gute Sache für die Wirtschaft, meinen immer führende deutsche Politiker. Aber ob es wirklich so gut für die Wirtschaften der EU-Staaten ist oder nur für das Wohlergehen des amerikanischen Kapitalismus?

Foto: © Flickr/campact

Diese Frage stellen sich inzwischen viele europäische Bürger. Schließlich ist das nun mal öfter so heutzutage, dass die Leute im Fernsehen uns das eine propagieren, und im Endeffekt ist das Ergebnis genau das Gegenteil. Aber das Volk ist nicht nur misstrauisch geworden: es geht auch noch mit Bürgerinitiativen hervor. Na das ist wohl eine Unverschämtheit, würden sich die Schlauköpfe in Brüssel denken. Egal – rechnen muss man nun damit auf jeden Fall.

"Stop TTIP" – eine europaweite selbstorganisierte Bürgerinitiative – hat inzwischen schon mehr als eine Million Unterschriften gegen Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada gesammelt. Zwar lehnt die Europäische Kommission immer noch ab, die "Stop TTIP"-Bewegung als europäische Bürgerinitiative zu anerkennen, dennoch kann man sie auch kaum mehr ignorieren. Schließlich gehören dazu fast 300 europäische Organisationen.

Und ihre Botschaft ist eindeutig... Das Volk wird belogen. Offiziell heißt es zwar von der Regierung in Brüssel, dass mit den Freihandelsabkommen neue Arbeitsplätze und Möglichkeiten geschaffen werden. Doch in Wirklichkeit werden durch diese globalen Maßnahmen und Verträge nur die großen Konzerne profitieren. Dazu noch werden durch diese Abkommen mit Washington und Ottawa schon bald Gesetzgebungen von EU-Staaten geändert, und zwar auch nur mal wieder um Interessen großer US-Konzerne zu dienen.

Unter all diesen Bedingungen wird natürlich am Ende der Otto Normalverbraucher leiden, dem nichts mehr bleiben wird, als massenweise gentechnisch modifizierte Lebensmittel im nächstliegenden Supermarkt einzukaufen und mit gefracktem Gas seine Wohnung zu heizen. Denn ein Transatlantisches Abkommen ist nichts anderes als eine offene Tür für US-Massenproduktion nach Europa. Und zwar mit viel geringerer Qualität, als unsere heutigen EU-Standards vorschreiben.

Die liebe Regierung kann auch weiterhin die Online-Petition von "Stop TTIP" ignorieren, doch eine Million Unterschriften heißt schon mal, dass eine Menge von europäischen Bürgern gegen die transatlantische "Verbesserung" der EU sind. Und das ist wohl kaum noch zu übersehen.


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