11 Dezember 2014 0

Das Große Spiel ohne Ende

Foto: © Flickr/Toshiyuki IMAI

Die wirtschaftliche Blockade Russlands mit so genannten „Sanktionen“, die als Druck auf den russischen politischen Kurs benutzt werden, gelten für viele Experten vor allem als ernsthafte Bedrohung für EU-Länder. Aber die Sinnlosigkeit der Sanktionen gegen Russland hat historische Wurzeln: diese Maßnahmen haben nicht wirklich mit der Ukraine-Krise zu tun. Das ist ein ewiger Traum der angelsächsischen Welt: auf alle Fälle Russland in die Knie zu zwingen. Und die Methoden sind primitiv und alt.

Historische Beispiele

Livländischer Krieg (1558-1583) – ein großer Konflikt zwischen Russland und Meistertum Livland (Teil des Deutschen Orden) für die Herrschaft im Ostseeraum. Damals blockierten die europäischen Länder die Warenlieferung aus Westeuropa nach Russland. Der Zutritt für ausländische Spezialisten, die von der Regierung des Zaren eingeladen wurden, wurde auch gesperrt. Das hatte keinen Erfolg: Russland unter Ivan IV. hat seine Blütezeit erlebt: wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung, die Eroberung von Khanaten wie Kasan und Astrachan, die Unterwerfung Sibiriens – das waren die Faktoren, die zur Entstehung des russischen Imperiums führten. Und das Meistertum Livland zerfiel in 1561.

Der Krimkrieg (1853-1856) wurde unter dem Motto „alle gegen Russland“ geführt. Die Ursache – wachsender Einfluss des Russischen Reiches in der Welt. Das war auch ein Versuch die «europäischen Werte» nach Osten zu exportieren. Russland war auch in der wirtschaftlichen Blockade. Das Kriegsziel der europäischen Koalition war (das formulierte britischer Premierminister Viscount Palmerston)… die Aufteilung Russlands! Zum Beispiel, Finnland, damals ein Teil von Russland, müsse Schweden sich an anschließen, die

In 1917-1919, also nach dem Ersten Weltkrieg, verwendeten die ehemaligen Alliierten – Großbritannien, Frankreich, die USA - die wirtschaftliche Blockade gegen den jungen sowjetischen Staat. Jedes mal lehnten sie das sowjetische Gold als Zahlungsmittel ab, stellten keine Kredite für die sowjetischen Banken bereit, und der Handel wurde de facto abgebrochen. Die Isolation dauerte nur 5-6 Jahre und endete in 1925 mit Regierungsabkommen mit Japan.

Das alles ist nur das Große Spiel

Diese Beispiele zeigen: das ewige Ziel von europäischen Sanktionen ist ein Wiederaufleben Russlands nicht zuzulassen. Den Vorwand kann man jederzeit finden. Das Große Spiel (diesen Begriff verbreitete der britische Schriftsteller Rudyard Kipling) für den Einfluss in Zentralasien und Osteuropa wurde noch nie beendet. Russlands einziger Fehler ist seine unabhängige Politik, aber auch seine Naturreichtümer sowie die strategisch-geografische Lage, die für die Angelsachsen so attraktiv ist. Lasst Russland unabhängig sein, obwohl die USA sich schon Europa unterworfen haben.

Von Nikolaj Ivanov/Europa Objektiv
 


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