25 Dezember 2014 0

Propaganda: ein Begriff nur für Feinde

Andreas Kahl | Europa Objektiv

Immer öfter hören wir in letzter Zeit das Wort "Propaganda". Einen Begriff mit eindeutig negativer, fast könnte man sagen zerstörerischer Bedeutung, der ausschließlich genutzt wird, um Medien zu bezeichnen, die nicht gerade die offizielle westliche Sicht auf internationale Ereignisse widerspiegeln.

Foto: © Flickr/flash.pro

Berühmtester Betreiber der "bösen Propaganda" ist dabei, wie gewiss, der russische Nachrichtensender Russia Today. Und obwohl der Sender schon bemerkenswert viele Zuschauer auf der ganzen Welt gewonnen hat, glauben die meisten Menschen an Stempel, die ihnen Tag für Tag durch führende Medien vorgetragen werden. Auch Al Jazeera gerät öfter unter Beschuss.

Dabei sind staatlich gesponserte Medien ja nichts neues in dieser Welt. Eins der bekanntesten ist zum Beispiel Voice of America – ein amerikanischer Radiosender, der in 44 verschiedenen Sprachen zu hören ist. Finanziert selbstverständlich von der US-Regierung. Gründungsjahr des Senders: 1942. Mehr als ein halbes Jahrhundert also ist dieses Radio schon ein echter Propagandakanal.

Aber wenn VOA heute vielleicht nicht mehr so populär ist, verfolgen sehr viele auf unserem Planeten die Sendungen von CNN International. Dieser amerikanische Sender, der zum ersten Mal im Jahre 1985 ausgestrahlt wurde, berichtet nur proamerikanisch. Zwar ist CNN International offiziell ein privatrechtlicher Sender, dennoch ist die Nachrichtenorganisation schon mehrmals unter Kritik geraten: ihre Berichte seien nicht objektiv, einseitig. Außerdem war CNN International auch in Skandale mit verfälschten Bildern verwickelt. Und das nicht nur während des ukrainischen Konflikts. Der Sender verteidigte regelmäßig US-Militäreingriffe im Nahen Osten als legitime Friedensmissionen.

Auch die Briten betreiben seit 1991 Propaganda mit BBC World. Hier sieht auf den ersten Blick die redaktionelle Politik nicht so aggressiv aus, doch auch dieser öffentlich-rechtliche Sender, der sein Budget aus der Staatskasse füllt, hat bestimmte Werte, die man keineswegs als objektive Journalistik bezeichnen könnte.

Ähnlich dazu berichtet auch die Deutsche Welle. Unter dem Deckmantel der Demokratie ist die Berichterstattung einigermaßen ausgewogen, aber auch hier wird vorsichtig die Meinung der Bundesrepublik und EU auf internationale Probleme verbreitet. Gegründet wurde DW in 1953. Finanziert wird sie von Steuergeldern der deutschen Bürger.

Alle obengenannten Medien verbreiten bestimmte Werte, Meinungen und natürlich politische Ansichten. Mit anderen Worten könnte man sagen, dass sie die nationalen Interessen ihrer Länder verteidigen. Medien, besonders internationale Medien, gehören schon lange, wenn nicht von Beginn an, zum Verteidigungsarsenal einzelner Staaten und Bündnisse. Und so betrachtet ist das eigentlich nicht schlimm in der modernen Welt.

Auch Länder wie China, Russland, Katar, Iran und andere haben seit einiger Zeit ihre internationalen Nachrichtennetze, durch die jeweils die Sichten ihrer Regierungen auf aktuelle Ereignisse in der Welt verbreitet werden. Und was soll dabei schlimm sein, dass diese Länder sich im Medienkrieg bedroht fühlen und den Wunsch haben sich zu verteidigen? Was soll schlimm sein an alternativen Nachrichtenquellen? Vielleicht ist das ja der einzige Weg ein objektives Bild zu erhalten, wenn man alle Seiten hört und dann selbständig analysiert?

Es bleibt nur die Frage, warum CNN, BBC und andere westliche Medien absolut glaubwürdig sein sollen und warum Al Jazeera, RT, CCTV und andere ausschließlich Propaganda betreiben und die eigentlich schon seit langer Zeit tote unabhängige Berichterstattung gefährden. Die Antwort lässt sich leicht formulieren und liegt auf der Hand...


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