23 November 2015 0

Wem nutzen die grausamen und unmenschlichen Terroraktionen in Paris?

Von Nikolay Starikov

Sinngemäße Übersetzung Dr. Wolfgang Schacht 

Quelle: www.dr-schacht.com

Der Terrorismus ist zu einer Art Visitenkarte im 20. und auch im 21. Jahrhundert geworden. Warum? Weil der Terrorismus die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist. D.h. nichts anderes, als die bereits von Carl von Clausewitz formulierte klassische Definition für den Krieg. 

Foto: © commons.wikimedia.ogr/Citron 

Terrorismus – ist ein System von grausamen, unmenschlichen und blutigen Handlungen, welche einem Staat hilft, auf andere Staaten oder auf die internationale Politik einen gewaltigen Druck auszuüben. Die Gräueltaten der Terroristen haben inzwischen das Niveau der besten Geheimdienste der Welt erreicht. Und das ist nicht das Ergebnis einer schrecklichen „Evolution“ und einer „natürlichen Auslese“, sondern ein Muttermal. Die Terroristen schulen die Geheimdienste und übergeben ihnen mit ihrem Niveau auch ihre Kenntnisse und Erfahrungen. An dieser Stelle ist es höchste Zeit die Frage zu stellen, wer die Terroranschläge in Paris durchgeführt hat? Die Frage setzt sich jedoch zwangsläufig aus folgenden zwei Teilfragen zusammen:

1. Wer sind die Verbrecher namentlich, die so viele Menschen ermordet haben?

2. Wer sind die Nutznießer dieser Verbrechen?

Über die 2. Frage wollen wir an dieser Stelle sprechen. Zunächst möchten wir feststellen, dass die wahren politischen Hintergründe der Tragödie in Paris in kurzer Zeit unweigerlich in Erscheinung treten werden. Sie glauben das nicht? Bitte, hier ein Beispiel: In den ersten Stunden nach dem terroristischen Anschlag am 11. September 2001 auf die Zwillingstürme in New York hat Washington unverzüglich die Schuldigen und ihre Helfershelfer genannt. Schuldig waren die Al-Quaida-Terroristen mit ihrem Anführer Osama bin Laden, geholfen hat ihnen das Land Afghanistan, in dem die Terroristen ihre Basis hatten. Im weiteren Verlauf sind die amerikanischen Streitkräfte nicht nur in Afghanistan einmarschiert, sondern auch in den Irak, dessen Präsident, Saddam Hussein, angeblich den Terroristen geholfen hat. Betrachten wir die Situation der Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris. Der französische Präsident, François Hollande, sprach sofort von einem kriegerischen Akt des Islamischen Staates (IS), der von Syrien ausgeht. Nach Angaben des französischen Geheimdienstes wurden neben den Selbstmordattentätern ein syrischer, französischer und ägyptischer Personalausweis gefunden. Ist das nicht seltsam? Seit wann tragen Selbstmordattentäter ihren Personalausweis bei sich? Für ihre „Heldentaten“ werden sie doch von ihren Mitkämpfern hoch geehrt und geachtet. Eine Übergabe ihrer Pässe an die Geheimdienste erscheint deshalb völlig überflüssig und nutzlos. Der Personalausweis neben den Selbstmordattentätern – das ist wie eine Visitenkarte. Wozu ist das notwendig? Nur Journalisten und Politiker brauchen diese für die Bestimmung der Schuldigen. Der IS braucht keine Personalausweise, er macht dies mit Erklärungen und Filmen im Stile von Hollywood-Filmen „Helden auf dem Weg zur Tat“. Die Situation mit den Pässen der Terroristen in Paris erinnert in erstaunlicher Art und Weise an die Situation mit den Pässen von anderen Terroristen – an die Terroristen in New York im Jahre 2001. An jene, die angeblich Flugzeuge in ihre Gewalt gebracht und in die Zwillingstürme gesteuert haben. Von den Passagieren, Terroristen und dem Gepäck wurde im Schutt und Staub der Wolkenkratzer im wahrsten Sinne des Wortes nichts, aber auch gar nichts gefunden. Nichts! Nur die Pässe der Terroristen in den Ruinen! Was für nette und höfliche Mörder! Jedes Mal auf dem Weg ins Jenseits vergessen sie nicht ihre Personalausweise, die dann noch unversehrt jede Katastrophe überstehen. Zurück zu den Terroranschlägen in Paris. Wenn der französische Präsident, François Hollande, überzeugt ist, dass diese von den Terroristen des IS durchgeführt wurden, dann ist dieser Akt nach den Worten der französischen Medien eine „Kriegserklärung an Frankreich“, die eine entsprechende Antwort und Reaktion nach sich ziehen muss. Viele Bürger des Landes wurden ermordet, das friedliche wurde Leben gravierend gestört, Frankreich wurde vor aller Welt eine Ohrfeige gegeben. Wer ist zu suchen und wer ist zu bestrafen? Die Täter? Die Auftraggeber? Die Sponsoren und Helfershelfer? Ja, so handelte die USA, die in Afghanistan einmarschierte, obwohl die Bürger dieses Landes am Terrorakt in den USA nicht beteiligt waren. Frankreich muss jetzt jene bestrafen, die den IS unterstützen. Wer ist das? Das ist kein Geheimnis! Sponsor des IS ist Katar, Kämpfer des IS werden auf dem Territorium der Türkei für den Einsatz vorbereitet. Was denken Sie? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Paris Forderungen an die Türkei oder an Katar stellt? An die Türkei sicher nicht, denn sie ist Mitglied der NATO, besitzt eine starke Armee und ihre Hilfe für den IS ist schwer nachzuweisen. Und an das Emirat Katar mit rd. 300.000 inländischen Einwohnern? Offensichtlich werden weder irgendwelche Wahrscheinlichkeiten oder Wahrheiten den französischen Präsidenten, François Hollande, veranlassen, die Schuldigen zu suchen und zu bestrafen. Reine Politik und Zweckmäßigkeit sind 3 sicher die entscheidenden Kriterien. Seine nächsten Schritte werden uns wie ein Lackmuspapier zeigen, warum am 13. November dieses Jahres so viele Menschen in Paris sterben mussten.

Erinnern wir uns.

Während des 2. Weltkrieges wurde die UdSSR ein Verbündeter des Westens. Das geschah nur deshalb, weil Hitler, der mit Unterstützung von London und Washington in Deutschland an die Macht gekommen war, außer Kontrolle geriet. Er wurde für die USA und Großbritannien zur Gefahr „Nummer 1“. Zur Liquidierung dieser Gefahr schloss der Westen mit Stalin ein zeitweiliges - ich betone ein zeitweiliges - Bündnis ab. Dabei hoffte der Westen, sich nach dem Untergang von Deutschland mit der Sowjetunion ernsthaft befassen zu können. Was dann auch geschah! Die Pläne der angelsächsischen Verbündeten waren nach der Beendigung des 2. Weltkrieges auf einen Vernichtungsschlag gegen die UdSSR gerichtet (siehe Operation „Unthinkable“ im Jahre 1945 und alle späteren Pläne mit dem vorgesehenen Einsatz von Atomwaffen). Stalin hatte keine Angriffspläne gegen den Westen und gegen die USA. Während des 2. Weltkrieges gab es seitens des Westens niemals solche Erklärungen wie „Stalin muss gehen!“ oder „Das Regime Stalins ist nicht legitim!“. Eine wichtige Tatsache!

Im Gegenteil, sie arbeiteten mit Stalin zusammen, lobten unser Land, schlossen Verträge und lieferten uns Waffen für Gold, Valuten und Kredite (Lend-Lease). Für den Westen ein lukratives Geschäft. Solange London, Paris und Washington der Meinung waren, dass Stalin für sie gefährlicher sei als Hitler, konnte der Führer viele Erfolge verbuchen und seine Macht in Europa ausbauen. Als er jedoch nach ihrer Auffassung außer Kontrolle geriet und das 3. Reich gefährlicher als die UdSSR wurde, änderte sich das Wohlwollen des Westens gegenüber Hitler. Warum erinnern wir uns an diese Geschichte? Wenn wir den Aussagen und Handlungen des Westens vor unseren Luftangriffen auf den Islamischen Staat (IS) folgen, dann führte ihr Kampf gegen den Terror bisher nur zu einem größeren Territorium und zu einer immer stärker werdenden Armee des IS. D.h. der IS befindet sich gemäß der Rhetorik des Westens unter der Kontrolle von Washington. Im Jahre 1942 haben die Alliierten in London keine „freien Wahlen“ in der UdSSR als Bedingung ihrer Zusammenarbeit mit Moskau und der Lend-LeaseLieferungen gefordert. Aber noch bis zum September 2015 forderten die USA „Assad muss gehen!“, obwohl gerade er seit mehr als 4 Jahren hartnäckig und konsequent gegen die Terroristen in Syrien kämpft. Nach den Terroraktionen am 13. November in Paris werden uns Rhetorik und die nächsten Schritte des Westens zeigen, inwieweit die Vereinigten Staaten den IS kontrollieren und wen sie als Hauptfeind betrachten. Falls Washington weiterhin mehr „Angst“ vor Baschar al-Assad hat als vor denen, die nach ihren eigenen Worten Bomben in ihren Hauptstädten werfen, dann wird das bedeuten, dass die USA den IS kontrolliert. Nur das Einverständnis einer Zusammenarbeit mit Assad und mit Russland ohne irgendwelche Klauseln, würde bedeuten, dass die durch den Westen geschaffenen Terroristen des IS aus der Kontrolle geraten und für den ehemaligen Herrscher zum Problem „Nummer 1“ geworden sind. Für eine tiefgründige Analyse der gewaltigen Terrorakte in Paris gibt es ohne Zweifel viele Ansätze. Jeder Ansatz verdient seine detaillierte Behandlung in speziellen Aufsätzen, Artikeln und sogar in Büchern. Die Vereinigten Staaten können z.B. ihre Verbündeten noch enger an sich binden. Es können bestimmte Alibis der „Opfer“ des Westens, welche selbst in den Nahen Osten eingedrungen, die ganze Region destabilisiert und einige Staaten vernichtet haben, geschaffen werden. Es können auch die Voraussetzungen für eine aktivere Verdrängung Russlands aus der Region des Nahen Ostens geschaffen werden… 4 Ich möchte daran erinnern, dass die bisherigen zwei Weltkriege durch wesentlich geringere Provokationen ausgelöst wurden. Vorwand für den 1. Weltkrieg war die Ermordung von zwei Menschen: den Thronfolger von Österreich-Ungarn, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau, Sophie Gräfin Chotek. Der Vorwand für den 2. Weltkrieg war der Überfall auf den Radiosender Gleiwitz. Opfer dieser Provokation für den Einmarsch in Polen war der 41-jährige Oberschlesier Franciszek Honiok. In Paris wurden 132 Menschen ermordet und 250 Menschen verwundet – ein schwerwiegender Vorwand für beliebige Handlungen und Folgen. Unser Beileid und tiefes Mitgefühl gilt allen Opfern der grausamen und unmenschlichen Terroraktionen am 13. November 2015 in Paris.


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