26 November 2014 0

Mythen der ukrainischen Presse: Sanktionen treiben Moskowiter zum Essen von Igeln

Foto: © Flickr/Micolo J

In einer Krisensituation sind auch Krisenmethoden beliebt, und da ist wohl kein Mittel schlimm, wenn es hilft seinen Gegner zu diskreditieren. Auch Medien lassen sich im Informationskrieg raffinierte Sachen einfallen. Und da kann manchmal wohl kaum noch von Objektivität die Rede sein. Genau der Fall mit dem Konflikt in der Ukraine. Aber vielleicht sollte man manche Informationen doch überprüfen, bevor man sich vor Lesern blamiert?

Die Journalisten in Kiew wissen es wohl besser. Laut einer ukrainischen Zeitung haben die westlichen Sanktionen gegen Moskau endlich Wirkung. So hätten die wirtschaftlichem Maßnahmen gewaltigen Einfluss auf die Essgewohnheiten der Bewohner der Moskauer Umgebung. Diese müssten sich in einer Stadt namens Neistowo nämlich mit Igeln ernähren, die sie in den nächstliegenden Wäldern finden.

Und das haben sich die Journalisten sicher nicht ausgedacht, denn ihnen zufolge schreibt darüber auf seiner Facebook-Seite der russische oppositionelle Musiker Andrei Makarewitsch. Na dem muss man auf jeden Fall glauben, denn schließlich gilt der Sänger als sehr kontroverse Figur in Russland.

Übrigens, konnte unsere Redaktion die obengenannte Stadt auf Google Maps nicht finden. Dennoch verwandelt die ukrainische Presse einen lächerlichen Facebook-Witz schon in ein paar seriöse Artikel. Warum auch nicht, wenn es jemanden zum Lachen bringt. Schließlich soll Lachen ja gesund sein.


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