17 Dezember 2014 0

National Interest: Demographieprobleme der Ukraine sind eine echte Zeitbombe

Einer internationalen Studie zufolge fliehen ukrainische Arbeitsmigranten nicht mehr nach Russland, sondern immer mehr Richtung Westen. Dazu hat natürlich der aktuelle Konflikt beigetragen, so das amerikanische Magazin The National Interest. Solch ein Trend schlägt besonders hart auf die Demographie der Ukraine.

Foto: © Flickr/Christine Schindler

In 2012 bildeten private Überweisungen von ukrainischen Gastarbeitern sowie von ehemaligen Bürgern in Nordamerika etwa 4 Prozent des BIP der Ukraine. Zurzeit ist das Land der drittgrößte Empfänger von Überweisungen in der Welt nach Indien und Mexiko.

Solch eine Dynamik, so die amerikanische Webseite, zeigt eindeutig Notwendigkeit für Entwicklung im Land. Und diese Fakten müssen auch von westlichen Regierungen berücksichtigt werden, die eine rasante Transformation einer "neuen Ukraine" anstreben.

"Die geerbten Probleme der Ukraine sind viel entmutigender als in Ostdeutschland nach dem Fall der Berliner Mauer oder in Polen, Ungarn oder in anderen Ländern des östlichen Blocks, die aus dem sowjetischen Joch geflohen sind."

Anscheinend sind allein demographische Probleme nicht das größte Problem, erklärt das Magazin, aber sie erschweren die Lösung von anderen wichtigen Problemen. Solche sind zum Beispiel fehlerhafte Politik- und Rechtssysteme, ökologische Verwüstung, Energieineffizienz, schlechte Infrastruktur, Vermögensungleichheit. Dabei ist die Energieineffizienz der Ukraine praktisch die schlechteste in der Welt, betont The National Interest. Dazu steht dem Land bevor seine Staatsschulden zu restrukturieren und die Wirtschaft wiederherzustellen, und zwar ohne Unterstützung seiner östlichen Industriegebiete und Kohlebergwerke.

Anstatt Probleme anzugehen, zog die politische und Wirtschaftselite der Ukraine in den letzten 20 Jahren vor das Humankapital zu vernachlässigen. Bei Bemühungen der neuen Führung und der westlichen Sponsoren zur Wiederherstellung der ukrainischen Einheit sollte auch die Gesundheit des ukrainischen Volkes verbessert werden. Im "Westen und Osten – eine herausfordernde, aber notwendige Aufgabe", schlussfolgert The National Interest.


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