23 Juni 2015 0

Janukowitsch: Ich habe gewarnt, dass sie niemals mit dem Maidan aufhören

Viktor Janukowitsch hat in seinem ersten Interview mit westlichen Medien seit dem Beginn des Bürgerkriegs in der Ukraine gesprochen. Im Interview mit BBC hat er sich an die tragischen Ereignisse in Kiew in 2014 erinnert. Der geputschte Präsident der Ukraine beichtete, dass er niemals den Befehl ergeben habe Feuer zu öffnen, dennoch wolle er sich nicht "von der Verantwortung distanzieren", denn er habe nicht genug getan um das Blutvergießen zu stoppen.

Foto: © Flickr/European Parliament

Im Laufe der Maidan-Proteste in Kiew starben mehr als einhundert Menschen. Und ein Jahr später wiesen einige Zeugen darauf, dass auch auf Milizen geschossen wurde.

"Ich war gegen jegliche Gewaltanwendung, vor allem gegen Anwendung von Waffen, ich war gegen das Blutvergießen. Aber die Mitarbeiter der Strafverfolgung haben ihre Pflicht erfüllt, gemäß dem damaligen Gesetz. Sie hatten das Recht Waffen anzuwenden." - so Janukowitsch.

Im Februar 2014 haben die russischen Geheimdienste Janukowitsch nach Russland gebracht, erklärt BBC.

Der Krieg, der im Osten des Landes begonnen habe, so der Ex-Präsident der Ukraine, sei eine reale "Katastrophe". Und als die Krim zu Russland überging, sei es eine "Tragödie" gewesen, die zur Zeit seiner Regierung nicht passieren sollen hätte.

Laut Janukowitsch müsse man eine Lösung für die heutige Lage finden: "Sie reden über die Rückkehr der Krim. Aber wie? Durch Krieg? Brauchen wir denn einen weiteren Krieg?"

Was sein eigenes Schicksal betrifft, so der ehemalige ukrainische Staatschef, habe Russlands Präsident Putin ihm das Leben gerettet:

"Wladimir Putin hat die Entscheidung nach Ratschlag seiner Geheimdienste getroffen. Das war sein Recht und seine Sache, er hat sich mit mir nicht beraten. Ich bin ihm natürlich dankbar, dass er diesen Befehl ergeben hat, mich aus dem Land zu bringen und mir das Leben zu retten."

Dabei hoffe Janukowitsch irgendwann in die Ukraine zurückzukehren, aber im Moment sei sein Leben dort immer noch bedroht.

Was den Donbass betrifft, sollten diese Territorien in der Ukraine bleiben. Somit müssten die USA und EU Druck auf Kiew ausüben, damit die dortige Regierung direkte Verhandlungen mit den Anführern der Milizen führe.

Zum Schluss betonte der Ex-Präsident, dass seine Gegner niemals einen "militärischen Putsch" machen und radikale rechte Kräfte dazu aufrufen dürften:

"Ich habe gewarnt, dass sie niemals mit dem Maidan aufhören, dass sie weitergehen werden. Und sie sind weitergegangen. Sie haben das Land zerstört und die ganze Welt in den Konflikt eingezogen."


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